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Sonne und Schatten

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Manche haben die «Sonnenküste» Spaniens schon als «Betonwüste» abgeschrieben. Doch während die Volvo-Ocean-Race-Crews von Alicante Richtung Atlantik einfach an der Costa del Sol vorbei rauschen, bietet dieser Küstenabschnitt den Besuchern einiges.

 

Im Jahre 711 besetzten die Mauren, nach dem afrikanischen Djebel Musa, auch die nördliche Säule des Herkules, die sie nach ihrem Anführer fortan «Djebel al Tarik» (Felsen des Tarik) nannten. Den Spaniern gelang es erst spät, dieses Bollwerk zu erobern, nur um es dann im spanischen Erbfolgekrieg wieder an die Briten zu verlieren. Diese schworen, Gibraltar sei nun «british forever» und verteidigen ihren Anspruch bis heute: trotz Europas Grenzenlosigkeit führen sie genüsslich Pass- und Zollkontrollen durch. Stellen Sie sich darauf ein, wenn Sie bei ihrem Törn an der Costa del Sol nicht auf einen Besuch Gibraltars verzichten möchten. Links liegen lassen können Sie hingegen die Marinas der Kronkolonie. Sheppard’s Marina – bekannt geworden durch die Bücher von Weltumseglern – gibt es nicht mehr. Sie wich einem mondänen Marinakomplex, dessen Liegegebühren ebenso abschrecken wie der chronische Platzmangel in der Queensway Quay Marina. Als Ersatz bietet sich die neue Marina im spanischen La Linea de la Concepción – Puerto Deportivo Alcadesa genannt – für einen Besuch Gibraltars an. Zwar entgehen Sie auch so der Passkontrolle an der «Staatsgrenze» nicht, doch sollte Ihnen wenigstens die Kontrolle durch den Zoll erspart bleiben. Danach können Sie sich von einem Londoner Doppeldeckerbus zum Market Place rumpeln lassen, von wo es nicht mehr weit bis in die Main Street ist. Erreicht haben Sie diese, wenn Sie gegen einen Strom von Touristen härter angehen müssen als gegen fünf Knoten Gegenstrom. Haben Sie es geschafft sich bis zum Angry Friar durchzuschlagen, können Sie sich bei einer PintGuiness vom Ritual der britischen Wache vor dem Parlament erheitern lassen. Ein Stück weiter, an der South Bastion, erinnert ein Denkmal an Nelson, der nach seinem Pyrrhussieg vor Trafalgar von hier aus seine letzte Heimreise in einem Rumfass antrat. Bei Europa Point, am Fuss der nördlichen Säule des Herkules, einst das Ende der Welt und heute das Tor zum Atlantik, können Sie dann von dessen Weiten träumen. Ohne einen Höflichkeitsbesuch bei Vertretern unserer nächsten Verwandten, dürfen Sie Gibraltar nicht das Heck zeigen, sollen doch die Berberaffen auf Apes’ Den die Herrschaft Grossbritanniens über den Felsen garantieren. Davon war schon Winston Churchill überzeugt.

 

Artikel zum Downloaden: seaside_costadelsol_75_d.pdf (PDF, 2.38 MB)

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