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Gerichtstermine, juristisches Hickhack, frustrierte Segelwelt. Um die für alle Beteiligten unbefriedigende Situation zu lösen, ist ein symbolischer Akt von historischer Bedeutung nötig. Dieser soll dem Mythos des Cups Rechnung tragen und gleichzeitig den mit juristischen Argumenten geflochtenen Gordischen Knoten zerschlagen, der den Weg aufs Wasser versperrt. Ein durchaus ernst gemeinter Vorschlag.

 

Letztes Jahr waren sich noch alle einig gewesen: Der 32. America’s Cup in Valencia war nicht nur einer der spannendsten, sondern auch einer der am besten organisierten und attraktivsten in der Geschichte des Cups gewesen. Die Arbeit des zuvor geschaffenen America’s Cup Management (ACM) wurde positiv bewertet, ebenso die neu ins Leben gerufenen Acts. Doch seit nunmehr über einem halben Jahr – die Situation ist hinlängst bekannt – ist die Zukunft des America’s Cup ungewiss.

 

Die aktuellen juristischen Wirren sind nicht nur interessierten Seglern unverständlich, sondern vor allem auch dem Millionenpublikum, das wie noch nie zuvor in der Cupgeschichte begeistert Anteil genommen hatte. Weshalb ein nichtsegelnder Richter eines Gerichtes in New York sich die Argumente nichtsegelnder Anwälte anhören muss, um dann mit seinem Urteil die älteste Segelregatta der Sportgeschichte entscheidend zu beeinflussen, ist für Laien nicht nachvollziehbar.

 

Es beginnt schon mit dem Gerichtsstand: New York, USA. Weshalb dort? Fand nicht die erste Regatta rund um die Isle of Wight mit Start in Cowes, England, statt? Wurde der Pokal, «The Auld Mug», nicht von Sir Henry Paget, Marquess of Anglesey, der Royal Yacht Squadron gestiftet?

 

Juristen können selbstverständlich begründen, weshalb der Gerichtsstand New York rechtens sei. Dabei werden sie vor allem auf die normierende Kraft der viel zitierten «Deed of Gift» verweisen – und die Stiftungsurkunde entsprechend interpretieren. Es geht also um eine Urkunde aus dem vorletzten Jahrhundert und Juristenteams der Gegenwart, die sich um die Interpretation des alten Dokuments sowie ergänzender Regelwerke streiten. Wenig Beachtung findet dabei die Tatsache, dass dieses Dokument im Jahr 1887, also deutlich nach der ersten Regatta in Cowes von 1851, erstellt wurde.

 

 

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